Anwendung

"Ich war feldenkraisen" heißt: die Person hat für circa 60 Minuten ihr Tun verlangsamt, um es besser wahrnehmen zu können. Unter kompetenter Anleitung durch eine Feldenkrais Lehrerin hat sie mit kleinen Bewegungen gespielt und Variationen ausprobiert. Dadurch hat sie eine spürbare positive Reorganisation in sich selbst erzeugt. Sie hat sich dabei weder sonderlich angestrengt noch konzentriert, sie war aber auch nicht abgelenkt oder sehr entspannt. Sie hat einige neue Variationen und Lösungen zur Ausführung von Bewegungen und Handlungen entdeckt, erforscht und in ihr Repertoire integriert. Sie hat ihre eigenen, ihr bekannten und vertrauten Muster gelockert.

Was beim Feldenkraisen geschieht.  Kleine, mühelose und unscheinbare Bewegungen stimulieren das Nervensystem und steigern die Eigenwahrnehmung. Ungewöhnliche Bewegungsabläufe vermitteln neuartige Einblicke in die eigenen Gewohnheiten und eröffnen neue Alternativen. Durch die Abwesenheit von Leistungsdruck wird die Angst vor Fehlern und daraus entstehender Stress abgebaut. Spielerisches und zugleich effizientes Erforschen fördert das Wohlbefinden und die Lust am Lernen. Feldenkrais mag sanft und leicht aussehen, die Auswirkungen können sehr kräftig und bedeutsam sein und umfassende Veränderungen hervorrufen.

Zum Feldenkraisen braucht es den Wunsch oder das Bedürfnis nach Weiterentwicklung und persönlicher Reifung. Das Interesse an Lernprozessen und die Fähigkeit, selbst Verantwortung für sein Wohlergehen zu übernehmen gehören genauso dazu wie die Neugier auf Bewegung. Aufkommende oder schon länger vorhandene Schmerzen können eine Motivation sein, sind aber kein Muss, um mit Feldenkrais zu beginnen. Feldenkrais bietet Erholung und Begleitung während oder nach einer erschwerten Lebensphase. Wer Feldenkrais macht, der lernt seine Fähigkeiten optimaler auszuschöpfen.



Was vermittelt die Feldenkrais Methode? Eine ungewöhnliche Erleichterung.